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Evangelische
Kirche
Georgenhausen
und Zeilhard

  aus  'Kirche am Ort'  4/2017


Zwei große Kulleraugen schauen mich an – schelmisch, freundlich oder doch eher so ein bisschen wie der blaue Kerl mit den Keksen aus der Sesamstraße? Auf jeden Fall ein Hingucker – und als solche waren sie ja wohl auch gedacht. Ein Hingucker als Verbildlichung der Kirchentagslosung: „Du siehst mich“. Überall in Berlin begegneten und begleiteten sie uns, diese beiden Augen. „Du siehst mich“- was ist das? Ein Versprechen? Eine Drohung? „Der liebe Gott sieht alles!“ – mit diesem Satz haben Generationen von Erwachsenen versucht, ihren Kindern Gehor- sam einzubläuen. Und damit nur allzu oft genau das Gegenteil von dem erreicht, was e i g e n t l i c h d a m i t gemeint ist.

Nein, „Du siehst mich“ oder auch „Du bist der Gott, der mich anschaut“ ist keine Drohung. Es ist eine Tatsache. Nicht mehr und nicht weniger. Mir gefällt die Vorstellung, dass Gott mich anschaut. Ich bin ihm nicht gleichgültig, er macht sich die Mühe, genau hin- zusehen; mich zu sehen, mit allem, was ich bin, mit allem, was mich ausmacht und mit allem, was ich brauche. Gesehen werden ist ein Grundbedürf- nis. „Mama, guck mal!“ „Papa, ich will Dir was zeigen!“ – wie oft haben wir das gehört? Am Sprungturm im Freibad zum Beispiel oder als unsere Kinder Fahrrad fahren lernten. Und ganz besonders dann, wenn es einem Kind nicht gut ging… Und nicht nur für Kinder ist es wichtig, gesehen zu werden!

„Du siehst mich“ also als Losung für den Kirchentag 2017. Ein Kirchentag, der für mich mit dem Eröffnungsgottesdienst für Groß und Klein auf dem Gendarmenmarkt begann. Dort sah ich gleich die ersten bekannten Gesichter, was sich beim „Abend der Begegnung“ noch fortsetzte. Das ist ein ganz schöner Aspekt beim Kirchentag: man sieht viele Fremde, aber Gleichgesinnte und man trifft auch immer unverhofft auf Bekannte. „Man sieht sich!“

Am Donnerstagvormittag hörte ich bei einem Vortrag in der Gethsemanekirche einen Satz, der mich seitdem nicht loslässt: „Es ist viel Segen in der Welt.“ „Na ja“ dachte ich, „viel Segen… Es ist viel Angst in der Welt, viel Gewalt, viel Krieg, viel Krankheit und Leid. Es geschehen so viele Dinge, die ich nie für möglich gehalten hätte. Wenn viel Segen in der Welt wäre, dann müsste es doch hier anders aussehen!“ Oder? Aber was, wenn kein Segen da wäre?!? Segen ist in der Welt, wenn wir einander zum Segen werden. Und einander zum Segen werden, können wir nur, wenn wir einander nicht nur sehen, sondern anschauen. Und ich glaube, wir erleben alle jeden Tag mindestens eines der 1000 kleinen Dinge, mit denen wir uns Gutes tun und damit vielleicht auch zum Segen werden: Den Busfahrer, der nicht nur die Tür aufmacht und eine Fahrkarte verkauft, sondern auch noch ein freundliches „Guten Tag“ für mich übrig hat. Die Verkäuferin, die nicht lange erklärt, wo ich etwas finde, sondern mich einfach hinbringt. Die Betreuungskraft im Seniorenheim, die keinen „0-8-15“-Dienst ableistet, sondern auch mal einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt organisiert oder an Silvester schon um 18.00 Uhr ein kleines Extra-Feuerwerk zündet. Den Mitarbeiter in der Service-Hotline, der mir geduldig zuhört und tatsächlich weiterhilft… Ja, ich glaube, das An-sehen und richtig Hin-sehen ist der erste Schritt, das daraus Handeln der zweite. Du siehst mich – und ich sehe Dich. Und dadurch ist viel Segen in der Welt!

Iris Zeuner




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